20. Deutsche UL-Meisterschaft 2005
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Was ist eigentlich ein Ultraleichtflugzeug ?

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um sehr leichte Flugzeuge. Einst in den 70er Jahren als leichte Rohr-Tuch-Konstruktionen gebaut, um Piloten einen billigen Einstieg in die Fliegerei zu ermöglichen, haben sich diese Flugzeuge mittlerweile zu High-Tec-Geräten entwickelt, die den Sportflugzeugen in ihren Flugleistungen nicht mehr nachstehen bzw. diese zum Teil sogar übertreffen. So sind mittlerweile Fluggeschwindigkeiten von knapp 300 km/h möglich - bei einer Reichweite von bis zu 2.000 Kilometern.
In Deutschland gibt es etwa 13.000 Piloten, die eine Lizenz für Ultraleichtflugzeuge besitzen. Es sind rund 3.000 UL-Flugzeuge zugelassen.

Die Ultraleicht-Flugzeuge werden in 2 Kategorien unterteilt:

a) gewichtskraftgesteuerte Flugzeuge
b) aerodynamisch gesteuerte Flugzeuge

Trike
Bei den gewichtskraftgesteuerten Ultraleicht-Flugzeugen handelt es sich um Trikes, die durch Verlagerung des Körpergewichts gesteuert werden. Die Piloten hängen hier an einer Drachenfläche und sitzen mehr oder weniger im Freien.

In die Klasse der gewichtskraftgesteuerten Ultraleichtflugzeuge fallen seit einigen Jahren auch die Motor-Gleitschirmflieger (Gleitschirm + Motor auf dem Rücken des Piloten bzw. an einem Mini-Fahrgestell) und die Minimum-Flieger (Drachen mit „Hilfsmotor“).

3-Achser
Die aerodynamisch gesteuerten Flugzeuge werden mit einem Steuerknüppel oder einem Steuerhorn um die drei Flugachsen (Hochachse, Querachse, Längsachse) gesteuert. Sie sehen einem "normalen" Flugzeug sehr ähnlich, sind aus Alurohr, Segeltuch, aber auch aus Glasfaser oder Kohlefaser gebaut.

In die Klasse der aerodynamisch gesteuerten Ultraleicht-Flugzeuge fallen seit Mai 2004 auch die Tragschrauber, eine Art Hubschrauber, bei dem der Hauptrotor aber nicht von einem Motor, sondern durch den Fahrtwind, den ein zweiter (Schub)propeller "erzeugt", angetrieben wird.

UL-Flugzeuge werden von Zweitakt- oder Viertakt-Motoren angetrieben, sie verbrauchen im Durchschnitt zwischen 10 und 20 Litern Super (bzw. Gemisch) pro Stunde und sie fliegen, je nach Typ, zwischen 70 und 250 km/h schnell. Sie kosten neu zwischen 25.000 und 80.000 Euro (wobei es aber durchaus noch teurere Ultraleichtflugzeuge gibt). Das maximale Abfluggewicht dieser Flugzeuge liegt bei den Einsitzern bei 300 kg, bei den Doppelsitzern bei 472,5 kg. Das Fluggerät muß noch bei einer minimalen Fluggeschwindigkeit von 65 km/h flugfähig sein. Kunstflug, Nachtflug und Instrumentenflug ist mit Ultraleichtflugzeugen in Deutschland nicht erlaubt.

Für die Sicherheit der Piloten ist ein Rettungssystem eingebaut, dass im Notfall einen Fallschirm auslöst, an dem dann das ganze Flugzeug zu Boden schwebt.

Von der Umweltbilanz her schneidet das Ultraleichtflugzeug gegenüber einem Sportflugzeug sehr gut ab – es zählt zu den leisesten motorgetriebenen Flugzeugen und verbraucht nur etwa 1/3 bis zur Hälfte des Kraftstoffes, welches ein Sportflugzeug benötigt.

Logos: DAeC und DULV
Viele UL-Piloten sind in den beiden Luftsportverbänden Deutscher Aeroclub (DAeC) und Deutscher Ultraleichtflugverband (DULV) organisiert, die hier auch Ausrichter der Meisterschaft sind.

Zur Erlangung einer Ultraleicht-Pilotenlizenz (SPL-F) sind mindestens 80 Stunden Theorieausbildung in den Fächern: Luftrecht, Menschliches Leistungsvermögen, Meteorologie, Navigation, Pyrotechnik, Technik und Verhalten in besonderen Fällen notwenig. Daneben wird der angehende Pilot in den korrekten Gebrauch eines Flugfunkgerätes eingewiesen.

An praktischer Ausbildung hat er mindestens 25 Flugstunden (Trike) bzw. 30 Flugstunden (aerodynamisch gesteuertes Ultraleichtflugzeug) zu absolvieren. Die Kosten für eine Ausbildung belaufen sich auf etwa 3500 – 5000 Euro.

Ausführlichere Erläuterungen zum Thema "Ultraleicht" und "Flugausbildung" erhalten Sie auf der Internetseite der Fachschule für Ultraleicht- und Motorflug GmbH (FUL) unter den Rubriken "Ausbildung UL" und "F.A.Q."


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